Erstes Modul in der Ausbildung: Eine Reise nach innen
- Bettina Büker

- 4. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
(28.-30.11.25) Unser erstes Ausbildungsmodul fand in einem Seminarhaus in Hennef statt.
Schon auf dem Weg dorthin war ich sehr nervös.
Mein Mann und unser Hund begleiteten mich.
Wir reisten mit dem Wohnmobil, damit ich die Abende bei meinen Liebsten verbringen konnte.
Drei Stunden von zu Hause entfernt und doch war mir diese Nähe wichtig.
Denn ich wusste: Diese Ausbildung würde intensiv werden. Vielleicht auch emotional.
Und meine größte Stütze sind genau diese beiden.
Die Fahrt zog sich. Viel Stau.
Mit jedem Blick auf die Uhr wuchs meine Unruhe, denn ich sah:
18:00 Uhr würde ich nicht mehr schaffen.
Wer mich kennt, weiß, dass Unpünktlichkeit für mich schwierig ist.
Aber ich musste loslassen.
Es sollte offenbar genau so sein.
Vor der Tür angekommen traf ich auf eine weitere Teilnehmerin ebenfalls zu spät.
Plötzlich war ich nicht mehr allein.
Ein kleines Aufatmen.
Gemeinsam betraten wir den Raum, in dem die Gruppe gerade eine Yoga-Einheit beendet hatte.
Endlich angekommen.
Wir stellten uns vor: neun Frauen und ein Mann.
Ich empfand die Runde als harmonisch, ruhig, verbunden.
Schon hier lag etwas Tragendes im Raum.
Zu Beginn wurde gefragt, wer am Wochenende gerne eine Aufstellung machen möchte.
Ich hatte – aus meiner Sicht – kein Thema.
Also sagte ich nichts.
Jeannette , unsere Ausbildungsleiterin, saß direkt neben mir.
Sie schaute mich an und fragte:
„Bettina, möchtest du etwas aufstellen?“
Ich spürte, dass hinter dieser Frage mehr lag.
Ich antwortete ehrlich, dass ich mich gerne von ihr leiten lassen würde.
Wenn ein Impuls da sei, würde ich ihm folgen.
Die Aufstellungsarbeit sollte erst am Samstag beginnen.
Der Abend ging weiter mit Meditation im Herzraum und dem Beginn unseres Seelenhauses.
Später arbeiteten wir in Dreiergruppen.
Jede Person erzählte sieben Minuten lang von ihrem Seelenhaus die anderen hörten ausschließlich zu.
Danach folgten Fragen.
Und schließlich das Spiegeln:
Wie nehme ich dich wahr?
Was fühle ich?
Was zeigt sich mir?
Es war spannend zu erleben, wie unterschiedlich Wahrnehmung sein kann
obwohl alle dieselbe Geschichte gehört hatten.
In der Abschlussrunde teilten wir unsere Erfahrungen.
Ich nahm erste Eindrücke, Gefühle und Gedanken mit
und fuhr zu meinen Liebsten zurück.
Gemeinsames Essen, Austausch, Ankommen.
Ein ruhiger Ausklang.

Der zweite Tag wenn Altes wieder sichtbar wird
Der nächste Morgen begann um 8:00 Uhr mit Yoga.
Bis dahin hatte ich keinerlei Berührungspunkte damit.
Es war mein erstes Mal und es fühlte sich überraschend gut an.
Ein wunderbarer Start in den Tag.
Heute stand Aufstellungsarbeit an.
Wieder saß ich neben Jeannette.
Sie blickte mich an und fragte ruhig:
„Wollen wir aufstellen?“
Ich sagte ja.
Und bat sie, mir zu sagen, was sie sieht.
Sie zögerte keine Sekunde.
„Dann stell mir bitte deinen Papa auf.“
In diesem Moment schnürte sich mir der Hals zu.
Dieses Thema, von dem ich dachte, es sei längst verarbeitet.
Dieses Thema, das mich seit 22 Jahren begleitet.
Von dem ich glaubte, es sei kein Thema mehr.
Und genau das war es.
Ich wusste: Wenn ich mich dem jetzt stelle, kann es nur leichter werden.
Ich wählte intuitiv die Person, die die Rolle meines Vaters übernehmen sollte.
Jeannette bat mich, meine eigene Rolle selbst zu übernehmen.
Also standen wir uns gegenüber.
Mitten im Raum.
Gehalten von der Energie der Gruppe.
Es dauerte nicht lange, bis die ersten Tränen flossen.
Der Schmerz, von dem ich dachte, er sei keiner mehr, war plötzlich wieder da.
Präsent.
Roh.
Echt.
Die nächsten 35 Minuten waren geprägt von Trauer, Loslassen, Sehen, Verstehen.
Von Mut, Liebe und Stolz.
Diese Aufstellung war anders als alles, was ich zuvor erlebt hatte.
So tief. So klar. So erklärend.
Worte reichen nicht aus.
Was ich sagen kann:
Ich fuhr an diesem Wochenende befreiter, glücklicher, dankbarer und innerlich ruhiger nach Hause.
Ich hatte Antworten.
Sogar auf Fragen, die ich nie gestellt hatte.
In der Mittagspause schaute ich kurz auf mein Handy.
Eine Nachricht meines Mannes gesendet während meiner Aufstellung:
„Du brauchst nichts sagen. Es kommt bis hier an.“ 🙏🏻
Integration
Der Tag ging weiter mit weiteren Aufstellungen, einer Seelenhaus-Meditation dem sogenannten Bällebad,
dem Lösen von Überzeugungen und einer Seelenreise.
Am Abend fuhr ich wieder zu meiner Familie zurück.
Ich wurde freudig empfangen.
Gehalten.
Gesehen.
Der letzte Tag begann erneut um 8:00 Uhr mit Yoga.
Noch einmal Aufstellungsarbeit.
Und ein erneutes Eintauchen ins Seelenhaus
um zu spüren, wie es sich verändert hatte,
nachdem Überzeugungen gelöst worden waren.
Dieses erste Modul war kein Lernen im klassischen Sinn.
Es war ein Erinnern.
Ein Heimkommen.
Und ein tiefes Verstehen dessen,
warum ich diesen Weg gehe.




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